Nabendynamo – Funktionsweise – Vor- und Nachteile

Ein Nabendynamo zur Stromversorgung

Nabendynamo
Nabendynamo

Der Nabendynamo des Fahrrades versorgt die Lichteinrichtungen an Deinem Fahrrad mit dem nötigen elektrischen Strom. Die Fahrradbeleuchtung ist vielleicht das wichtigste Element, um die Sichtbarkeit im Straßenverkehr und damit die eigene Sicherheit zu erhöhen. Denn erst durch eine gut funktionierende Fahrradbeleuchtung sieht man selbst besser und wird durch andere besser gesehen. Eine aktive Beleuchtung generieren neben Akkus und Batterien insbesondere Fahrraddynamos. Allgemein kann man sagen, dass ein Fahrraddynamo ein kleiner Generator ist, der während der Fahrradfahrt die Beleuchtung mit Hilfe der Drehbewegung erzeugt. In Deutschland am weitesten verbreitet ist der Nabendynamo.

Nabendynamo – Was ist das?

Ein Nabendynamo befindet sich in der Nabe des Vorderrades und erzeugt mit Hilfe eines Permanentmagneten, der durch die Bewegung des Rades sich um einen Stator dreht, elektrischen Strom. Im Prinzip handelt es sich um einen einfachen Wechselstromgenerator. Auch wenn die Wirkungsweise und der Aufbau bei vielen Dynamos gleich sind, gibt es im Detail natürlich Unterschiede.

Die wichtigsten Aspekte für den Nabendynamo sind: Gewicht, Haltbarkeit, Wirkungsgrad, Leerlaufverluste und natürlich das Preis-Leistungsverhältnis. Im technischen Bereich sind vor allem der Wirkungsgrad und die Leerlaufverluste die wichtigsten Aspekte, da diese nicht wie Seitenläuferdynamos oder Akku Fahrradlampen einfach abgestellt werden können. Im Prinzip laufen diese immer mit.

Ein Nabendynamo wandelt die mechanische Leistung der Drehbewegung in elektrische Leistung um. Der Wirkungsgrad beträgt zwar niemals 100%, er ist aber im Vergleich höher als bei einem Seitendynamo. Mit einer höheren Drehgeschwindigkeit des Rades verändert sich auch die Strom- und damit die Lichtleistung. In Testberichten wird deswegen oft nicht der Wirkungsgrad des Nabendynamo angegeben, sondern die mechanische Leistung bei verschiedenen Geschwindigkeiten. Wenn die Beleuchtung ausgeschaltet und damit dem Dynamo kein Strom entnommen wird, ist der Wirkungsgrad gleich Null. Dennoch verursacht der Nabendynamo aufgrund seiner Bauart sogenannte Leerlaufverluste.

Durch den eingebauten Permanentmagneten entstehen höhere Reibungsverluste (insbesondere durch Ummagnetisierung). Laut einem Test von 2005 verringert dieser Typ bei einer Fahrgeschwindigkeit von 10 bis 20 km/h die Geschwindigkeit um ca. 0,1 km/h bei ausgeschaltetem Licht und um ca. 1 km/h bei eingeschaltetem Licht. Eine normale Radnabe würde solche Verluste natürlich nicht verursachen, wobei bei neueren Modellen die Leerlaufverluste geringer sind.

Vor allem Modelle mit ausgekoppeltem Getriebe in der Nabe erzeugen überhaupt keinen Leerverlust mehr. Ihr Wirkungsgrad ist jedoch gegenüber den „klassischen“ direkt angetriebenen, getriebelosen Dynamos geringer.

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Nabendynamo Vorteile

Aufgrund der Bauweise innerhalb der Nabe und der im Endeffekt ständigen Stromerzeugung gibt es eine ganze Reihe von Vorteilen, die klassische Seitenlaufdynamos oder batteriebetrieben Lichtanlagen nicht haben:

  • Sie sind besser vor Nässe und Schmutz geschützt. Sie sind deswegen unauffälliger für Defekte und damit zuverlässiger und wartungsärmer;
  • Sie funktionieren witterungsunabhängig und haben einen höheren Wirkungsgrad als Seitenläuferdynamos;
  • aufgrund der „permanenten“ Stromerzeugung bieten bessere Modelle die Möglichkeit, über eine separate Verbindung externe Geräte (z. B. ein Akkuladegerät) mit Strom zu versorgen
  • und sie ermöglichen die Nutzung von Sensorscheinwerfern, die automatisch das Licht bei Dämmerung einschalten.

Nabendynamo Nachteile

Aufgrund der Bauweise bestehen eine Reihe von Nachteilen:

  • Ein Ersatz oder ein nachträglicher Einbau eines Nabendynamo ist nicht ohne weiteres möglich, da dass Vorderrad entweder neu eingespeicht oder komplett gewechselt werden muss;
  • im Vergleich zu Seitendynamos sind sie teuerer, wobei sich auch hier verschiedene Preissegmente etabliert haben;
  • das Gewicht des Vorderrades ist zumeist höher als in Verbindung mit einem Seitendynamo und
  • der Laufwiderstand ist in der Regel höher als bei einer Radnabe ohne Dynamo

Nabendynamo – Tipps

Trotz des vergleichsweise höheren Preises hat sich der Nabendynamo mittlerweile auf dem Markt durchgesetzt. Bei neuen Fahrradproduktionen fristet der Seitenläuferdynamo fast nur noch ein Schattendasein – zu groß sind die Vorteile hinsichtlich Effizienz, Lebensdauer und Wartungsqualität. Auch ein nachträglicher Einbau lohnt sich, wobei Einsteigermodelle relativ günstig sind. Ausgehend von den eigenen Ansprüchen und Anforderungen können Sie schnell ein passendes Modell finden.

Für Gelegenheitsfahrer genügt schon ein einfaches Modell, was aber natürlich Abstriche bei der Qualität, dem Wirkungsgrad und der Haltbarkeit bedingt. Wenn Sie aber besonders auf Gewicht, Lebensdauer und Zusatzfunktionen (wie z. B. zusätzliche Ladegeräte) achten, lohnt sich der Blick in höhere Preissegmente.

Der wichtigste und größte Hersteller im deutschen Markt ist Shimano, wobei in den letzten Jahren der Kreis an Anbieter sich gewandelt und erweitertet hat. Inzwischen gibt es verschiedene Hersteller z.B. SRAM, SON, Sturmey-Archher, Supernova, Shutter Precicion oder Renak, die teilweise ganz besondere Lösungen anbieten. So bieten unter anderem der Renak Enparlite 2 sowie der Schmidts SON 28 Klassik den Vorteil, dass im Reparaturfall der Dynamo von der Seite her geöffnet werden kann. Ein Austausch des gesamten Vorderrades oder das Ausspeichen entfällt damit.

 

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